„Wir nehmen derzeit eine Zunahme des Rechtsextremismus und des islamfeindlichen Extremismus in München wahr.

 

  • Im Kontext des NSU-Prozesses kommt es zu Übergriffen und Sachbeschädigungen gegen Initiativen und Kultureinrichtungen,
  • aus dem rechtsextremen Milieu heraus erfolgen immer wieder Körperverletzungen,
  • fast täglich wird bei Versammlungen und Infoständen im Stadtgebiet gegen Muslime und Demokrat/innen gehetzt,
  • mit Flyer-Aktionen im Stadtgebiet versuchen Rechtsextreme an aktuelle gesellschaftliche Themen – beispielsweise hohe Mieten, Kindesmissbrauch, Jugendgewalt – anzuknüpfen und sich als soziale „Kümmerer“ darzustellen,
  •  Menschen, die sich gegen islamfeindlichen Extremismus engagieren werden an den(Internet-)pranger gestellt und mit Hassmails überzogen,
  • demokratische Instrumente – beispielsweise die Unterschriftensammlung für ein Bürgerbegehren - werden missbraucht, um demokratische Grundrechte wie die Religionsfreiheit zu untergraben,
  • bei Veranstaltungen zum Rechtsextremismus oder islamfeindlichen Extremismus kommt es zu Veranstaltungsstörungen aus diesem Spektrum

Diese Entwicklungen betreffen die gesamte Stadtgesellschaft.

Daher positionieren wir uns als Kunst- und Kultureinrichtungen in der Landeshauptstadt München.
Die Münchner Kunst- und Kulturszene ist geprägt von Menschen verschiedener Herkunft, Religion und kultureller Hintergründe.
Dieser bunte Mix und diese offene Vielfalt bereichern uns alle.
Wir stellen uns gemeinsam gegen Versuche, bestimmte Bevölkerungsgruppen zu Sündenböcken für problematische gesellschaftliche Entwicklungen zu machen oder Teile der Stadtgesellschaft aufgrund eines Merkmals – beispielsweise ihrer Religion – auszugrenzen und zu diffamieren. 
Als Kunst- und Kulturschaffende sehen wir uns in der Verantwortung, mit den Mitteln von Kunst und Kultur Stellung zu beziehen und aufzuklären, über die oben genannten Versuche, das Klima in der Stadt zu vergiften und Menschenverachtung mithilfe moderner Feindbilder wieder attraktiv zu machen.

Wir stehen für das demokratische, weltoffene und multikulturelle München in dem respektvoll
miteinander umgegangen wird.“