Animal Crakers

 

Stadtteiltreff: 17:00 Uhr
Essen: 19:00 Uhr
Konzert: 21:00 Uhr
Eintritt: 8 €


Finissage:

Von Alabama zum Glockenbach:

Im Sommer 1987 gaben die Animal Crakers ihr erstes Konzert in München in der legendären Alabama Halle.

Am 24.01.2017 präsentieren sie Small Loud Song (1981 – 1990)  eine Anthologie dieser Jahre. Auf einer Doppel CD erscheinen die seit 1988 vergriffenen und nur auf Vinyl erschienen Alben, So paint a map on my Face und St. Sebastian, dazu eine komplette CD mit unveröffentlichten Songs und Demos.

Gleichzeitig ist diese Präsentation aber auch das letzte Konzert der Band, die eine Münchner Legende ist.  Nicht nur, dass sie das Puch Festival gegründet hatten, nach dem Aus der Crakers gründeten Lenz Lehmair und Ralf Nickolaus zusammen mit Norbert Gräser und Marc Deckert die Monostars.

Aber auch wenn der letzte Tanz nicht immer Walzer sein muss, ist es doch schöner mit Tanzpartnern

 Monostars

The Sound of Money


Animal Craker

Im Dezember erscheint die Doppel CD Small Loud Songs der Animal Crakers, mit den seit langem vergriffenen Vinyl-Alben, und bisher unveröffentlichten Demos und Kassettenaufnahmen.

Die Animal Crakers, benannt nach einem Film der Marx Brothers, waren eine Band aus dem Münchner Umfeld, 1987 und 1988 erschienen die ersten Schallplatten; die Debut-Single Small Loud Song, gefolgt von So paint a map on my Face (1987), St. Sebastian (1988). Dem vorangegangen waren längere Lo-Fi-Cassetten-Phasen. Insgesamt erschienen 4 LPs, davon die letzten beiden auf Alfred Hilsbergs international orientierten „What’s so funny about“ Label. Den ersten Auftritt in München hatten sie in der Alabama Halle, zusammen mit den 39 Clocks und John Cale. Das war der Startschuss für ausgiebige Touren, Hauptsache raus aus der muffigen Kohl-BRD, zwischen Danzig, Budapest und Neapel, und für zwei weitere Alben, Soil (1989) und Honey Me (1991) die zu großen Teilen unterwegs entstanden. Die Band kam ursprünglich aus dem Landkreis Pfaffenhofen, arbeitete in München und war im Dazwischen zuhause: Zwischen Deutsch und Englisch, Bonner-BRD und Mauerfall, zwischen Pastorale und Urbanität, zwischen bildender Kunst und Americana, Pere Ubu und Kraftwerk, Hardcore Machismo und schwulem Trotz, zwischen Erfolg wollen aber partout nicht anders können; manchmal wäre Luther stolz gewesen über die Erfolgs- und Medienverachtung, die die Animal Crakers in ihrer Hochzeit ausstrahlten. „Keine Beschreibung kann einfacher sein als das Beschriebene“ stand als sperriges Motto über ihren Tour Plakat von So Paint A Map. Und es ging immer weiter. Es gab nur wenige Orte zu denen die Band zurückkehrte: im Süden war das BOOTLEG in Augsburg, in Berlin das K.O.B. . Und in ein kleines Bergdorf bei Bozen, das Ausgangs und Endpunkt vieler Italien-Touren geworden war.

 

Nach einer letzten, ausgedehnten Italien Tour lösten sich die Animal Crackers im Herbst 1991 auf. Gitarrist und Keyboarder Lenz und Schlagzeuger Ralf Nickolaus gründeten zusammen mit dem Sänger Norbert Gräser und dem Keyboarder Marc Deckert die Band Monostars. Zusammen haben beide Bands elf Alben veröffentlicht. Es ist keine durchgezogene Linie, die von den Animal Crakers zu den Monostars führt, aber wer genau hinhört, wird Gemeinsamkeiten feststellen.


Monostars

„Wer nicht vom Weg abkommt, bleibt auf der Strecke“ - so lautet nach 20 Jahren Bandgeschichte und bisher sechs veröffentlichten Alben auch weiterhin das erklärte Arbeitsprinzip der MONOSTARS. Die Arbeit an neuen Stücken, das gemeinsame Musikmachen, soll unter keinen Umständen zielgerichtet verlaufen. Die MONOSTARS sind aus Überzeugung eine Band ohne Gimmicks. Charmante Abgrenzungen oder Stylefragen sind ihnen egal. Musik ist für diese Band immer noch eine Sache des puren Idealismus.
Bei aller Fliehkraft, die ihre Musik hin zu abstrakten oder spontanen Formen entwickelt, sucht die Band jedoch nie das Ausufernde, wird nie beliebig. Der einmal gesteckte Rahmen, Gitarre/Bass/Schlagzeug/Keyboard, bleibt stets das Herzstück der oft einfachen, reduzierten Songs und lässt Raum für alles andere. In seiner schroffen Simplizität oszilliert der Bandsound dabei zwischen Post-Wave, Shoegaze, simplem Synthie-Pop und drängenden Stooges-Gitarren - zwischen elegischen Harmonien und der Freude am Lärm. Die Texte des Sängers Norbert Graeser malen dazu in dunklen Farben David Lynch-hafte Innenwelten. Sie handeln von der Sehnsucht nach Ausbruch und Veränderung und dem Ende von Zuständen und Vorstellungen: das ruhige Leben, Beziehungen, die Gesellschaft und eine Zukunft, die nicht mehr zu funktionieren scheint - frei nach einem Zitat des italienischen Philosophen Antonio Gramsci, dem auch ein Stück auf ihrem letzten Album „Absolut!‘ (2011) gewidmet ist: "Eine Krise besteht darin, dass das Alte stirbt und das Neue nicht geboren werden kann." Wir hören: den Glücksfall von wirklich wunderschöner und unzynischer Popmusik. 

www.monostars.de